Viele Fußballgrößen wie Ronaldo, Messi und Deschamps werden ihre Karriere mit der WM 2026 beenden. Im Fußball sind Karrieren oft kurz; von „Urgesteinen“ spricht man selten.

Die CFL verabschiedete am 15. Juni 2026 mit Jeannot Waringo ihr Urgestein der Bahn. Nach 41 Jahren im Bahnbereich, davon 29 als Verwaltungsratspräsident, tritt er von der offiziellen Bühne ab. Er prägte die luxemburgische Eisenbahn wie kaum ein anderer; der Titel des Ehrenpräsidenten ist mehr als verdient.

Alle seine Verdienste aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Uns liegt daran, den Menschen Jeannot Waringo hervorzuheben, wie wir ihn erlebt haben.

„Den Menschen gernhaben“ ist ihm wichtig: reden, zuhören, verstehen. Zugleich sagt er offen seine Meinung, wenn er andere Ansichten für richtig hält. Beim Eisenbahnfußball, bei gutem Essen oder einem Glas Wein ließ sich mit ihm vieles besprechen und regeln. Am Ende hieß es oft: „An elo hu mer d’Eisebunn nees gerett.“

Als ich am 12. Oktober 2009 mein erstes Mandat im Verwaltungsrat antrat – damals 33 Jahre alt und die einzige Frau im Gremium –, imponierte mir der Mann mit Bart. Über die Jahre flogen auch mal die Fetzen, bis hin zur Funkstille. Doch Vertrauen und Respekt waren stärker als Ego und Dickköpfigkeit. Für den einen oder anderen „Shampoing“ musste man den Kopf hinhalten – nicht immer zu Recht.

So verabschiedete ich meinen langjährigen Sparringpartner und Ratgeber mit einem ungewöhnlichen Geschenk: einer Seife aus drei Ingredienzien, die ihn treffend beschreiben.

Olivenöl steht für die gute italienische Küche – und dafür, dass ein kleiner Tropfen Öl im Getriebe vieles in Bewegung bringen kann.

Eselsmilch verweist auf Parallelen zwischen JW und dem grauen Vierbeiner: weniger Sturheit als vielmehr Standvermögen, gerade wenn es schwierig wird.

Menthe poivrée steht für die Schärfe mancher „Shampoings“.

Auch wenn er oft ein „richteger Klatzkapp“ sein konnte: Er war und ist „eise Klatzkapp“. Ich habe viel von ihm gelernt. Gemeinsam konnten wir viel für den Betrieb und vor allem für die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner bewegen. Dafür:

«Merci, Jeannot!»

Mylène Bianchy