Anfang Mai stand die Sicherheit im öffentlichen Transport im Mittelpunkt des Gesprächs zwischen Ministerin Youriko Backes (MMTP) und dem SYPROLUX.

Luxemburg, bekannt für seine hohe Lebensqualität und seine fortschrittliche Infrastruktur, bietet seit Jahren den kostenlosen öffentlichen Transport an – ein Angebot, das Einwohnern, Grenzgängern und Touristen eine effiziente und umweltfreundliche Mobilitätsalternative ermöglicht.

Die Sicherheit in Luxemburgs Transportnetz beruht auf einer Kombination aus moderner Infrastruktur, gut ausgebildetem Personal und präventiven Maßnahmen. Straßenbahnen, Busse und Züge bilden ein dichtes Netz, das insbesondere angesichts hoher Kraftstoffpreise einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Auto darstellt. Trotz dieser Stärken gibt es etliche Vorkommnisse, die uns Sorgen bereiten: Übergriffe auf das Personal und die Fahrgäste nehmen in den letzten Jahren stetig zu – eine Entwicklung, die SYPROLUX klar ablehnt.

Ministerin Backes und der SYPROLUX bekräftigten im Gespräch ihr gemeinsames Ziel, das Vertrauen der Bevölkerung in den öffentlichen Verkehr zu stärken. Geplante Antworten sind weitere Investitionen in innovative Technologien sowie ein engagiertes, umfassendes Sicherheitskonzept. Nur durch konsequentes Handeln, Prävention und Unterstützung des gesamten Personals des öffentlichen Verkehrs kann Luxemburg und die CFL insbesondere ihre Vorreiterrolle in Sachen Schutz am Arbeitsplatz verteidigen und die Sicherheit für alle Nutzerinnen und Nutzer weiter verbessern und ausbauen.

Sicherheitsinfrastruktur im öffentlichen Verkehr

Luxemburg baut seine Sicherheitsarchitektur systematisch aus: An zentralen Haltestellen, in Straßenbahnen, in Zügen und in Bussen trägt die Kameraüberwachung dazu bei Vorfälle schneller aufzuklären. Ergänzend hierzu sind an vielen Bahnhöfen und Haltestellen Notruftelefone und/oder Notrufsäulen installiert; diese ermöglichen den Fahrgästen, im Ernstfall unmittelbar Hilfe anzufordern.

Ein weiterer Pfeiler sind regelmäßige Schulungen des Personals: CFL­Mitarbeitende nehmen an Sicherheitsund Notfallschulungen teil, um schnell, professionell und deeskalierend eingreifen zu können. Sichtbare Präsenz von Sicherheitskräften durch gezielte Kontrollen in, als sensibel eingestuften Zügen und an Haltestellen wirkt präventiv und erhöht das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste. Parallel laufen Aufklärungs­ und Informationskampagnen, um auf Fehlverhalten von Fahrgästen hinzuweisen – wie etwa beim Ein­ und Aussteigen, belagerten Treppen, aber auch im Umgang mit Gepäck oder beim Hören störender lauter Musik.

Koordination und künftige Maßnahmen

Die enge Zusammenarbeit zwischen den CFL und der Polizei ist formalisiert: Im Rahmen des „Comité de Pilotage Sécurité dans les Transports Publics“ werden aktuelle Risikolagen bewertet und koordinierte Gegenmaßnahmen beschlossen. Zusätzlich plant die Regierung verstärkte Kontrollgänge durch die Polizei und den Zoll an und in besonders exponierten Bahnhöfen und Zügen. Eine eventuelle Einführung von Bodycams für Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter wird geprüft werden. Gespannt ist man allenfalls auf die ersten Erfahrungen der Polizei mit solchen Bodycams. Vor­ und Nachteile müssen hier klar gegeneinander abgewogen werden.

Herausforderungen und notwendige Schritte

Trotz dieser Maßnahmen bleiben Probleme wie Übergriffe und Vandalismus ein heikles Thema: Sachbeschädigungen schaden dem öffentlichen Verkehr, denn niemand will auf kaputten Sitzflächen Platz nehmen oder sich in dreckigen Zügen, Bussen oder Bahnhöfen aufhalten. Übergriffe müssen ein für alle Mal, konsequenter geahndet werden, auch um Nachahmungen zu verhindern. Zudem wurden die Ablehnungen der Arbeitsunfälle seitens der Unfallversicherung (AAA) thematisiert, die Ministerin Backes will sich hierfür bei der Ministerin Martine Deprez Ministerin für Gesundheit und soziale Sicherheit einsetzen.

Als SYPROLUX fordern wir härtere Sanktionen, auch für minderjährige Täter sowie präventive Maßnahmen zur Wertschätzung des Personals und zur Werterhaltung der Infrastruktur.

Ausblick

Mit einer Kombination aus Technik, Personaltraining, sichtbarer Präsenz und gezielter Öffentlichkeitsarbeit will das Ministerium zusammen mit den CFL ihre Ziele erreichen: die Verringerung von Straftaten, die Verbesserung der Reaktionsfähigkeit bei Vorfällen und die Stärkung des Sicherheitsgefühls aller Nutzerinnen und Nutzer. Nur so bleibt der öffentliche Verkehr eine attraktive, sichere und nachhaltige Mobilitätsoption für Einheimische, Pendler und Touristen gleichermaßen.

Als SYPROLUX unterstützen wir diese Maßnahmen. Wir werden uns weiterhin an deren Umsetzung aktiv beteiligen für einen sicheren öffentlichen Transport. Und genauso werden wir weiterhin für eine Polizeieinheit für den öffentlichen Verkehr eintreten, auch wenn diese derzeit nicht auf der Agenda der Regierung steht.

Steve Watgen