Attraktiv Mobiltéit zu Lëtzebuerg: nom Norden och den Osten verluer?

«Das RGTR-Netz wurde während vier Jahren in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Bürgern reorganisiert» so lautet eine Aussage, welche auf der Internetseite der «Mobilitäts-Zentrale» nachzulesen ist.

Soweit, so gut! Das war die Theorie. In der Praxis sieht es an einigen «Stellen», sprich Haltestellen von Bus und Bahn anders aus.

Während seinen Roadshows, kokettierte der Mobilitätsminister gerne mit einem erweiterten Mobilitätskonzept für gewisse Kunden. Doch ist in unseren Augen, Sinn und Zweck eines modernen und effizienten öffentlichen Transports den Erwartungen aller Kunden gerecht zu werden.

Will man nun pragmatisch an diese Thematik herangehen, sollte man die Kundschaft des ÖPNVs in 4 Bereiche einteilen:

• Kategorie 1: die Stammkunden/benutzer, Berufspendler und Schüler;

• Kategorie 2: neue Benutzer des öffentlichen Transports, z.B welche die in den vergangenen 2 Jahren vom Auto rüber gesattelt sind;

• Kategorie 3: die Benutzer bzw Kunden, die tagsüber und/oder abends den ÖPNV in Anspruch nehmen;

• Kategorie 4: der gelegentliche Benutzer, welcher nur sporadisch, bzw spontan vom ÖPNV Gebrauch macht.

Die Erwartungen der Kunden, aus den Kategorien 1 und 3 sollten bei der Reorganisation der Fahrpläne stark berücksichtig werden. Wenn das Angebot stimmt, dürften sich weitere Benutzer der Kategorien 2 und 4 zügig anschliessen. Demnach würde eine Umfrage samt Analyse der Resultate dieser Kategorien die Schwachstellen der Fahrpläne offenlegen.

Aus Fehlern sollte man eigentlich lernen!

• Der CFL-Fahrplan 2018 erwies sich als Katastrophe: Kürzungen des Angebots, schlechte Verbindungen usw.

• Die darauffolgenden Fahrplanänderungen, bedingt durch die Modernisierung der Nordseite des Bahnhofs Luxemburg sind an und für sich eine unzumutbare Lösung. Der Kunde ist resilient, nimmt Einschränkungen hin für Tage, für Wochen, aber für Monate ? Da muss man eher von Gleichgültigkeit seitens des Mobilitätsministerium ausgehen.

• Der Zugfahrplan der Linie 30 (Wasserbillig – Luxemburg) beinhaltet nur einen Stundentakt während 6 Monaten für die Bahnhöfe/Haltestellen zwischen W -L.

Eisenbahner mögen solche Strapazen ertragen, das Verständnis des Stammkunden wird indes arg strapaziert.

Die angebotenen Alternativen mit RGTR Bussen bedeuten allerdings, dass man die nötige Zeit opfert! So dauert eine Fahrt mit der Bahn zwischen Roodt-Syre und Luxemburg 24 Minuten, mit dem Bus braucht man für die gleiche Strecke zwischen 42 - 45 Minuten. Dies bedeutet ein zusätzlicher Zeitaufwand von etwa 75 - 85% (circa 20 Minuten) für die Hinfahrt, die Rückfahrt dauert noch länger.

Bei der Ankunft in Luxemburg (Haltestelle Luxexpo) verkehrt die Tram im 4 Minutentakt, demnach bedeutet dies keinen Zeitverlust beim Umsteigen. Bei der Rückfahrt sieht dies anders aus, der Bus (Haltestelle Luxexpo) fährt im Stunden bzw Halbstundentakt. Ausserdem muss man berücksichtigen, ob der Kunde über flexible Arbeitszeiten verfügt. Hat er diesen Vorteil nicht, ist eine Anpassung an die Fährpläne ohne grösseren Zeitverlust schwierig.

Die Abschaffung der Direktbusse (z. B. Linien 110 und 111) erklärt die verständliche Verärgerung der Stammkunden!

Die Priorität (von Tram / Bus) im Strassenverkehr läuft auch zweispurig. Die Intelligenten Verkehrssysteme sollen den öffentlichen Transport fliessend halten. An der Kreuzung «Rond-Point Robert Schuman» arbeiten die Experten seit längerem an diesem Problem für die Busse in Richtung Stadtzentrum. Warum, fragt sich der Otto Normalverbraucher?

Paul GRIES